Marsa Alam

04.12. bis 14.12.2025

Urlaub im Winter, mit Sonne, Strand und Meer – die meisten denken dabei an Karibik, Thailand oder Emirate. Das es auch ganz ohne 10 Stunden Flug geht zeigt unser favorisiertes Winterparadies mit atemberaubender Unterwasserwelt. Gelegen am Roten Meer, 5 Stunden Flugzeit entfernt mit 24 Grad Wasser- und 28 Grad Lufttemperatur. Wir stellen vor: Marsa Alam, Ägypten.

Klingt nach Pauschalurlaub? War es auch, nur ohne Komplettpaket über einen Reiseveranstalter, sondern mit separater Buchung von Flug, Transfer und Hotel – warum? Weil wir so ein paar hundert Euro gespart haben. Nach über 10 Urlauben in Ägypten ist man nicht nur mit den Gepflogenheiten vertraut, sondern auch mit den typischen Touristenfallen. Mehr dazu aber später.

Unser Abreisetag war diesmal ein Donnerstag, die Rückreise am Sonntag die Woche drauf, somit ganze 10 Tage mit Erholung, leckerem Essen und sorgenfreiem Leben – denkste. Eine gebrochene Schlepperstange am Flughafen Frankfurt führte dazu, dass unser einziger Koffer nicht mit uns in Marsa Alam angekommen ist. Und das selbst eine etablierte Lufthansa-Group ein Service-Niveau von Billigfliegern erreicht hat.

Fangen wir aber von vorne an mit dem Flug:
Gebucht über Lufthansa direkt, mit Abflug in Frankfurt am Main, Flug LH 1186, Airbus A319, nach Zürich. Geplant war eine Umsteigezeit von 1:05 Stunden und Anschlussflug mit edelweiss, WK 150, Airbus A320 nach Marsa Alam. Doch die Umsteigezeit schmolz dahin, denn beim Push-back, dem zurückschieben des Fliegers vom Terminal, ist die Schlepperstange gebrochen. So teilte uns der Pilot mit, dass ein anderer Schlepper kommen muss und zusätzlich noch die Lufthansa Technik um nachzuschauen ob das Fahrwerk Schäden genommen hat. Einerseits beruhigend, dass kontrolliert wird, andererseits stellt man sich die Frage warum eine solche Stange brechen kann.
So wurden aus 65 Minuten Umsteigezeit mal eben nur noch 23 Minuten, inklusive Passkontrolle wegen Verlassen des Schengenraums. Hier muss man den Flughafen Zürich positiv hervorheben, denn wir wurden bei Verlassen des Lufthansa Airbus direkt von einem Mitarbeiter in Empfang genommen und per Shuttle an die Passkontrolle und zum Gate-Counter, sowie zum edelweiss Airbus gebracht. Alles zusammen in gerade einmal 20 Minuten und somit konnten wir nahezu pünktlich starten. Das unser Koffer diesen Sprint nicht hingelegt hat, haben wir zu diesem Zeitpunkt nur erahnt.

Nach guten 4 1/2 Stunden Flugzeit, mit einem leckeren Essen bei tollem Panorama, sind wird dann auch pünktlich gelandet. edelweiss ist der Schweizer Ferienflieger mit alten Traditionen, also full-service mit Essen und Trinken (außer alkoholische Getränke) und sowohl auf dem Hin- wie auch Rückflug, einer motivierten und freundlichen Crew an Board – das gefällt und kann inzwischen als Rarität bezeichnet werden, zumindest auf der Kurz- und Mittelstrecke.
Marsa Alam ist ein kleiner und übersichtlicher Flughafen, aber wenn 3 Flugzeuge innerhalb von 20 Minuten landen, absolut chaotisch. Für die Einreise braucht es ein Visum. Das kann man teuer beim Reiseveranstalter kaufen – die Empfangsschalter samt eifriger Mitarbeiter begrüßen einen als erstes im Terminal. Tipp: Direkt weiter gehen zum Bankschalter, dort gibt es das Visum für 25 USD oder umgerechnet rund 23 Euro. Inzwischen kann man das Visum online beantragen, allerdings sind die Erfahrungen damit gemischt, denn eine Garantie, dass das eVisa akzeptiert wird gibt es nicht.
Unser Koffer ist natürlich nicht mitgekommen, entsprechend suchten wir den Lost & Found Schalter am übersichtlichen Flughafen von Marsa Alam und wurden von einem Aufsteller mit QR-Code empfangen. Also Verlustanzeige selbst gemacht und mit dem Handgepäcktrolley raus zum vorab gebuchten Fahrer ins Hotel.

Für die nächsten 10 Tage ist das Pickalbatros Palace Port Ghalib unser Zuhause. Das Hotel ist quasi Teil einer kleinen Stadt, die aus 3 Hotels der Pickalbatros Gruppe, dem Hafen Port Ghalib und dem dazugehörigen Einkaufsviertel, dem Suq besteht. Freud und Leid sind hier nah zusammen, denn ohne Koffer, entsprechend ohne Kleidung und Kosmetika, waren wir auf eine Shoppingmöglichkeit angewiesen, andererseits sind Suq´s keine klassischen Läden nach unserem Standard, sondern eher Bazare auf denen Handeln und Feilschen zum guten Ton gehört. Entsprechend fehlte uns die urlaubsbedingte Freude an eben diesem Gebaren und ein klassisches Einkaufszentrum wäre uns lieber gewesen. Aber zum Abenteuer gehört auch dazu, dass man in der Ferne neue Erfahrungen sammelt und so haben wir unseren Lieblingsladen gefunden, der seine Kunden nicht nur mit guten Preisen, sondern auch mit Tee und Gebäck landestypisch verwöhnt hat.

Mit Ägypten und insbesondere mit Marsa Alam verbinden wir immer zwei Dinge, die diese Gegend für uns einzigartig machen: viel Platz und intakte Korallenriffe. Die Wahl des Hotels ist relativ einfach, denn Leistung lässt man sich hier bezahlen. Ergo, je günstiger das Hotel oder die Pauschalreise, desto mehr Abstriche müssen in Kauf genommen werden. Billig und gute Qualität geht bei einer Dienstleistung eben nicht und wer keine Abstriche beim Essen, dem Zimmerzustand oder dem Angebot vor Ort machen möchte, zahlt entsprechend dafür. So haben wir für das 5 Sterne Hotel mit All-Inklusive und Gartenblickzimmer 1.059 Euro zusammen bezahlt. Dazu noch der Flug mit 499 Euro und der Transfer mit 18 Euro, macht in Summe 1.576 Euro für 2 Personen und 10 Tage – ein guter Preis.

Doch das Hotel hat einfach überzeugt, sowohl von den Bewertungen, wie auch von der wahnsinnigen Größe. 3 Hotels in einem, 4 Pools und Bars, 5 Restaurants, 426 Zimmer, 1.000 Meter Strand … der Blick auf Google Maps sagt hier einfach alles. Für Abwechslung ist also gesorgt – die obligatorischen 6.000 Schritte waren täglich gesichert. Kurz gesagt, es war alles vorhanden, man musste es nur finden. Übrigens, die Bilder zeigen nicht nur Sonnenschein, es hatte tatsächlich auch an einem Tag geregnet und gewittert.

Urlaub kann auch mal bedeuten nichts zu machen, nicht nach der Uhr den Tag gestalten, sondern einfach in den Tag hineinleben, sich treiben lassen, das zu tun auf was man Lust hat. Und so haben wir dann auch zumindest die Tage 4 bis 9 gestaltet. Sei es am Pool, am Strand oder im Meer – Entspannung oder Bewegung.

Für Abwechslung sorgte auch das Hotel. So gab es an einem Abend einen totalen Stromausfall. Nicht lange, 30 Minuten, gefühlt länger. Aber man is(s)t ja im Urlaub und die kleinen batteriebetriebenen Lampen auf dem Tisch haben zumindest ausgereicht um den Teller vor der Nase noch sehen zu können. Das Abenteuer war einmalig, der abendliche Spaziergang wurde ein festes Ritual und endete auf der Terrasse für den ein oder anderen Cocktail.

Jeder kennt es, die Zeit verfliegt im Urlaub gefühlt doppelt so schnell. 10 Tage sind dann auch gleich vorbei. Es ist einer dieser Urlaube der gut war, nicht zu kurz, nicht zu lange, ohne Sehnsucht und ohne dem Gefühl noch nicht alles gesehen zu haben. Zeit für die Rückreise, Zeit für … typisch Deutschland.

Es wäre doch alles so schön, wenn es denn nur klappen würde. Der letzte Tag begann mit einer SMS von Lufthansa. Wir entschuldigen uns für die Verspätung, ihr Flug heute startet nicht wie geplant um 12:55 Uhr, sondern verspätet um 12:40 Uhr. Ja, ihr lest richtig, der Flug wurde um 15 Minuten vorverlegt und es wird sich für die Verspätung entschuldigt. Nicht weiter tragisch, wir hatten unseren Transfer ja für 10 Uhr bestellt, 15 Minuten Fahrtzeit zum Flughafen, das passt. Und nach dem Heckmeck auf dem Hinflug, ist etwas mehr Puffer zum Umstieg auch nicht die schlechteste Idee. Fahrer pünktlich da, Flughafen Marsa Alam chaotisch, dachten wir. Direkt am Eingang wedelte eine nette Dame mit einem Schild und fragte laute nach Passagieren mit Priority Pass. Unser Weckruf, ja hier bitte zweimal. So wurde man plötzlich zum VIP Gast mit persönlicher Betreuung, Fast-Check bei der Gepäckerstkontrolle und einem Getränk in ruhiger Atmosphäre. Danke Amex. Der Rest war für uns das übliche, Passkontrolle, Security Check und anschließend Lounge – kein Highlight, aber Ruhe, Platz und etwas zu trinken sind für diesen kleinen Flughafen ein echter Mehrwert.

edelweiss macht keine halbe Sachen, Abflug 20 Minuten vor geplantem Start, ein freundlicher Pilot der uns direkt mitteilte, dass starker Gegenwind vorhanden sein wird und er sich bei allen bedankt die den früheren Abflug ermöglich haben, inklusive der Crew und den Fluggästen. Landung von Flug WK 151, Airbus A320, pünktlich in Zürich – diesmal haben wir 2:45 Stunden Umsteigezeit, laut Buchung. Dank Lufthansa wurde es dann noch etwas mehr. Abflug 25 Minuten verspätet, man hatte beim Boarding getrödelt, dann keinen Slot zugewiesen bekommen und bei 56 Minuten Flugzeit auch nur 10 Minuten aufholen können, also 15 Minuten Verspätung. Der Koffer kam diesmal mit, aber Frankfurt wäre nicht Frankfurt, wenn es nach der Landung nicht mindestens eine Stunde dauert bis das Gepäckband anrollt. Zum Glück war der Lufthansa Airbus A319 nur knapp halb belegt und die Passagiere mit Aufgabegepäck konnte man an 2 Händen abzählen. Es bleibt die letzte Hürde zu nehmen, die Deutsche Bahn. Die Verspätungen haben sich addiert, doch die liebe Bahn schafft noch mehr. Während sich der DB Navigator nicht entscheiden konnte ob wir nun den Anschluss in Mannheim bekommen oder nicht, machten wir uns bereit für einen Run von Gleis 3 auf Gleis 12. Geschafft, S-Bahn nach Hause erreicht. Außer Puste und sichtlich mit Puls warten wir auf die Abfahrt. Die verzögert sich leider, weil der Triebfahrzeugführer noch nicht da ist und in einem anderen, verspäteten Zug sitzt. Willkommen daheim.

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Ein Kommentar

  1. Sehr schön, wieder mal ein toller Reisebericht mit nützlichen Tipps und Erfahrungen. Danke, freuen uns schon auf den nächsten Reisebericht . Grüße Ilse & Lothar

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